Dienstag, 18.06.2013

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Möglichkeit Führungen auf der Route Mustvee - Raja - Omedu - Kodavere - Kallaste -Alatskivi - Kolkja - Varnja - Tartu zu bestellen. Führungen werden vom Heljo Repkina, dem Fremdenverkehrsführer der Peipus-Nordküste durchgeführt. Kontakt: Tel.: +372 529 5026

Landkreis Jõgevamaa am Peipussee

Jõgevamaa erstreckt sich aus der Mitte des estnischen Festlandes bis hin zum Peipussee, das vom Tiirikoja bis Kodavere die Ostgrenze des Landes bildet. Die Landschaft und Natur des Landes sind vielseitig: Auf dem mittelestnischen Flachland wechseln sich weite Wälder mit Sümpfen und Urwiesen. Vooremaa mit seinen zahlreichen schönen Seen ist die Perle des Landkreises – es ist eine der sonderbarsten Landschaften von Europa, die während der Eiszeit geformt wurde. Vooremaa – das Land der Höhenrücken und Drumlins, soll der Legende nach aus den Ackerfurchen von Kalevipoeg entstanden sein. Viele Orte in Jõgevamaa sind mit dem Nationalepos Kalevipoeg verbunden – falls Sie mehr dazu erfahren möchten, besuchen Sie das Kalevipoja Museum mit seinen 12 Themenzimmern, oder das Vergnügungs- und Abenteuerdorf Kratiküla.


Die Peipus-Küstenregion von Jõgevamaa ist mehr eben und sandig. Das Flachland um Mustvee und Omedu ist weit versumpft. In dieser Gegend befindet sich nur eine Stadt – Mustvee. Mustvee befindet sich an der Nordostküste vom Peipussee, an beiden Ufern des gleichnamigen in den Peipussee fließenden Flusses. Mustvee wurde schon während der Deutschordenszeit erwähnt, im Jahr 1493. Man sagt die Stadt bekam ihren Namen tatsächlich von dem dortigen Fluss, welcher durch torfige Böden floss und dermassen schwarzes Wasser in die Stadt brachte, dass man den Ort schlicht als Must (‘schwarz’) nannte. Im Jahr 1910 wurde in Mustvee ein rötlich gefärbtes Eisenstein mit niederdeutschen Inschriften entdeckt, das im Park vor dem Mustvee Kulturzentrum ausgestellt ist. Der Stein sollte die Grenze zwischen dem Schwertbrüderorden und dem Bischof von Tartu/Dorpat markiert haben, nachdem das estnische Festland von den deutschen Kreuzrittern erobert wurde.


Die Tatsache das Mustvee nach dem Nordischen Krieg an das russische Zarenreich angegliedert wurde, brachte eine überwiegend russische Bevölkerung hierher – und, Mustvee erhielt dazu noch eine sehr strategische Position: Direkt an der Route, die St. Petersburg mit Westeuropa verband. Das zog Menschen aus verschiedenen Religionen und Sprachen nach Mustvee und in die Umgebung an. Ein weiterer bedeutungsvoller Fakt zu Mustvee ist die große Migrationswelle der russischen Altgläubigen im 17. Jahrhundert.


Da Mustvee eine Stadt mit verschiedenen Konfessionen war, gibt es hier auch zahlreiche Kirchenbauten:


EELK Evangelist-Lutherische Kirche. Gebaut in 1880 im neugotischen Stil (Arch.: J. Maas), im Inneren finden Sie einen schönen, neobarocken Altarschrank mit dem Altargemälde.


Orthodoxe Kirche St. Nikolaus. Errichtet in 1864 (Arch.: A. Edelson) zu Ehren des heiligen Wundertäters St. Nikolaus. Die Kirche wird von einer ornamentreichen Decken- und Wandbemalung und von vielen Ikonen geschmückt.


Heilige Dreifaltigkeitskirche. Gebaut in 1877, besitzt die Kirche eine 272 Kg. schwere Turmglocke aus St. Petersburg. Die Kirche nimmt eine besondere Rolle in der estnischen Kulturgeschichte ein – da die Kirche kanonisch weder dem Patriarchat von Moskau noch dem Patriarchat von Konstantinopel unterliegt, ist es eine eigenständige orthodoxe Gemeinde.


Die ersten Kapellen der Altgläubigen wurden aus Holz gebaut, bereits in 1802. Im Originalzustand durften die Kapellen damals keinen Turm haben. Nur die jetzige zwischen 1927 bis 1930 (Proj.: J. Jansen) errichtete Kirche der Altgläubigen hat wunderschöne Turmhelme. Die Ikone der Kirche stammen aus dem 19. Jahrhundert und unter diesen Schätzen finden Sie wertvolle Werke solcher Ikonenmeister wie G. Frolov, P. Sofronov und M. Solntsev.


Die Kapelle der Bethlehemgemeinde wurde in 1935 errichtet, jedoch stammt der jetzige Bau aus 2008.


In Mustvee sollten Sie das Museum der Altgläubigen besuchen. Die Ausstellung bietet einen guten Überblick über das Leben und die Traditionen der Altgläubigen gestern und heute – es bietet Ihnen eine gute Möglichkeit ihre Kultur und Bräuche kennen zu lernen. Sie erhalten auch Informationen über die Geschichte von Mustvee und Peipussee.


Torma befindet sich rund 15 Km. von Mustvee entfernt und ist ein wichtiger Ort für die estnische Kultur. Mehrere für Esten bekannte Namen waren in Torma aktiv – C. R. Jakobson (sein Denkmal ist eines der dortigen Sehenswürdigkeiten), J. Weizenberg – ein bekannter Dichter, J. G. Eisen von Schwarzenberg – ein estnischer Aufklärer, und Josep Kapp, der Vorfahre der berühmten Komponistendynastie. Architektonisch ist die Marienkirche aus dem 18. Jahrhundert sehenswert.


Weiter am Ufer von Peipussee entlang, gelangen Sie in ein interessantes 7 Km langes Straßendorf. Eins nach dem anderen fahren Sie durch Dörfer Raja, Kükita, Tiheda, Kasepää, Omedu, Säärisa, Ranna, Kodavere und Tedreküla. Besuchen Sie die Altgläubigenkapelle aus dem Jahr 1890, bekannt für die Tatsache, dass der berühmte Ikonenmaler Gavrila Frolov hier seine Ikonen-Malschule gründete. Seine bekanntesten Schüler waren Pimen Sofronov und Mark Solntsev.


Dorf Omedu befindet sich 8 Km von Mustvee entfernt und wurde zum ersten mal im Jahr 1590 erwähnt. Das Dorf liegt an dem malerischen Fluss Omedu – der Oberlauf des Flusses trägt den namen Kullavere. An der Flussmündung befindet sich ein kleiner Bootshafen.


St. Michael in Kodavere wurde in 1777 vollendet – ein neoklassizistischer Bau mit wertvollen Altargemälden aus dem 18. und 19. Jahrhundert und einem sehenswerten Altar. Die Gemeinde Kodevere war ebenso Zuhause von mehreren estnischen Kulturmännern, wie Jakob Liiv, Juhan Liiv, Kaarel Krimm usw.


Es gibt mehrere Hostels und Gasthäuser wo sich Besucher aufhalten und ausruhen können. Das bekannteste ist Aarde Villa Gästehaus, das Haus stammt aus dem Jahr 1711 und diente damals als Poststation. Seit Mitte des 19. Jahrhunderts – ab Ära Mannteufel (Graf von Saare) bis 1906 diente das Haus als Gasthof. Seitdem wurde das Haus als Unterkunft eines dortigen Ordnungsbeamten genutzt. Im Jahr 1922 wurden die Zimmer zu einem Grenzkordon umgebaut – was auch der Grund dafür ist, dass die Einheimischen das Haus als Kordon von Sääritsa kennen.


Andere populäre Unterkünfte sind Voore Gästehaus, Iron Hostel, Hansu Touristenhof und Hostel Jussi Maja.


Jõgevamaa am Peipusufer hat auch mehrere schöne Wanderstrecken und Orte zum Schwimmen und Entspannen. Falls Sie mehr landeinwärts gehen, besuchen Sie den Elistvere Tierpark oder die Schloßruine in Laiuse, – oder das Gemeindemuseum für Oskar Luts in Palamuse. Oder vielleich doch den größten Familien-Freizeitpark in Estland, das “Vudila”?