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| Landkreis Ida-Virumaa am Peipussee |
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Landkreis Ida-Virumaa ist der nordöstlichste Landkreis von Estland und grenzt im Norden an den Finnischen Meerbusen, im Osten an den Fluss Narva und im Süden an den Peipussee. Ida-Virumaa ist als Industriestandort bekannt, ist aber eine Region mit überraschend vielen Kulturdenkmälern und schönen Naturlandschaften. Die Ruine der Vasknarva Ordensburg – welche bereits ins Jahr 1349 zurückblickt – kann von den Besuchern gut vom Ufer des Narva-Flusses aus bewundert werden. Man sagt, dass sein Name (‘Kupfernarva’) auf das kupferne Dach des Schlosses zurückgeht. Heute kann man die Mauer und Rundtürme des Schlosses besichtigen, welches mehrmals zerstört und am Anfang des 17. Jahrhunderts wiederaufgebaut wurde. In Kuremäe – auf dem höchsten Hügel der Region, befindet sich die wohl bekannteste Sehenswürdigkeit von Ida-Virumaa – das einzige russisch-orthodoxe Kloster Estlands: Das Nonnenkloster von Pühtitsa. Es wurde zwischen 1892 und 1910 errichtet und ist bis heute tätig. Das wichtigste Gebäude des Klosters ist die Hauptkirche Muttergottes mit dem Tor und den mächtigen Mauern. Im Klosterhof gibt es zahlreiche Nebenbauten. Andere Sehenswürdigkeiten sind die Kapelle, der Nonnenfriedhof, die Rieseneiche und die Quelle mit dem Schwimmhaus – man spricht dem dortigen Wasser heilende Kräfte zu. Das Kloster kann auch vom höchsten natürlichen Punkt von Ida-Virumaa aus betrachtet warden, dem Aussichtsturm in Iisaku. Am Nordufer des Peipus finden Sie mehrere Sandstrände, die schon seit Jahrzehnten als sommerliche Schwimmorte bekannt sind. In der nördlichsten Geminde Alajõe, die meist vom Tourismus und vom Fischfang lebt – finden Sie einen 26 Km langen Küstenstreifen mit mehreren Erholungseinrichtungen, die bekanntesten davon sind Hotel “Suvi” und “Villa Marika”. Die imposanteste Sehenswürdigkeit von Alajõe ist die traditionell-orthodoxe Backsteinkirche aus dem Jahr 1889 von Rudolf Otto Knüpfer, im Stil des Historismus. Die populärsten Ausflugsziele am Nordufer von Peipus sind die Strände von Kauksi und Rannapungerja. Schillerndes Seewasser, Küstenkiefer und Sanddünen werden Sie verzaubern, Sie können aber auch den weißen Leuchtturm von Rannapungerja besuchen, die alten Posthäuser und den Bootshafen. Unweit der Rannapungerja-Rakvere Landstraße, inmitten der Wälder von Alutaguse, befindet sich Tudulinna – eine kleine Gemeinde mit 2 Kirchen. Rahukoguduse Kirche (Proj. E. Sacharias) wurde zwischen 1938 und 1939 neben der kleinen, alten Holzkirche errichtet. Die traditionelle Hallenkirche hat einen Giebeldach mit einer fast muldenförmigen Dachrinne und einen viereckigen Westturm mit Helm. In den 1930er Jahren erlebte die Gemeinde einen Streit. Als folge entschied sich der gegenwirkende Anteil der Mitglieder eine neue Kirche mit Türmen Richtung Osten zu bauen. Sie können einen Spaziergang auf dem Militärfriedhof von Tudulinna machen, wo Sie auch das Denkmal des Estnischen Freiheitkrieges sehen. In nordwestlicher Richtung von Peipus befindet sich die ebenfalls kleine Gemeinde Lohusuu, mit einem Bootshafen in der Müngung des Flusses Avijõe. Lohusuu ist ebenso ein Fischerdorf – trägt aber eine besondere Stelle in der estnischen Geschichte. In 1763 wurde hier der hervorragende Volksaufklärer und Sprachwissenschaftler geboren, der Mann der die Buchstabe «Õ» in die estnische Sprache brachte: Otto Wilhelm Masing. In Lohusuu finden Sie eine evangelische Kirche, die zwischen 1878 und 1882 im neugotischen Stil errichtet wurde, umgeben von einem Friedhof mit Kapelle. Im Innenraum schauen Sie sich den neugotischen Alter, die Kanzel, den Orgelbalkon und das Altargemälde an. Die orthodoxe Kirche von Lohusuu ist ebenso einen Besuch wert. Avinurme befindet sich ein bisschen mehr als Dutzend Kilometer landeinwärts – ein Ort wo viele Sachen aus Holz gemacht werden. Das im alten Pfarrhaus errichtete Heimatmuseum zeigt Ausstellungsstücke und Kunst der dortigen Korbmacher und Holzschnitzer. Die Holzprodukte von Avinurme fanden auf den dortigen Märkten immer viele Abnehmen – um dieser Tradition gerecht zu werden, wird seit dem Jahr 2000, immer zum Johannistag – der traditionelle Fässer-Jahrmarkt in Avinurme gehalten. Ebenso wurde ein kleiner Abschnitt der Schmalspurbahn wiedererrichtet, so dass diese für Ausfahrten benutzt werden kann. Richtung Süden erreichen Sie die Küstendörfer Tammispää und Ninasi, die wegen ihrer symmetrisch gereihten Hausplatzierung auffallen und daher an ein Straßendorf ähneln. Mäetaguse und Illuka Herrenhäuser liegen von der Peipusküste noch weiter landeinwärts – aber es lohnt sich: Das sind die Perlen von Virumaa! Sie finden in Ida-Virumaa mehrere Natur- und Wanderwege, die bekanntesten sind in Kurtna, Kotka und Kauksi. |









